U – mit einem Zwischenruf

Für viele, haben gerade die Sommerferien begonnen. Zeit zum erholen, reisen und ausspannen.
Viele haben dann auch mal wieder Zeit, ein gutes Buch zu lesen.
Gelegenheit für mich, mit einem kleinen „Zwischenruf“ eine Anregung zu geben.
Wenn ich bummeln gehe, dann natürlich auch immer wieder in Büchereien. Stöbern, Anregungen holen oder ganz bewusst nach bestimmten Autoren und Titeln schauen.
Jetzt ist mir beim stöbern ein Titel „aufgefallen“, der knapp 20 Jahren nach seinem Erscheinen in Deutschland neu aufgelegt wurde.
Sofort war die Erinnerung da, die ich mit diesem Titel und seiner Autorin verbinde.
“ Die Zwillinge “ von der niederländischen Autorin Tessa de Loo!
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Nach Erscheinen des Buches 1993 in den Niederlanden, entbrannte sofort eine intensive Diskussion zwischen Kritikern, Historikern und Leserschaft.
1995 erscheint das Buch in Deutschland. Mit der neuen Auflage, ist für euch die Gelegenheit da, euch mit diesem Buch bekannt zu machen.
Anna und Lotte, als Zwillinge 1916 in Köln geboren,werden nach dem frühen Tod der Eltern auseinander gerissen. Anna auf den Bauernhof des eher lieblosen Großvaters, wo sie ein karges und hartes Leben erwartet. Lotte kommt zu niederländischen Verwandten.
In den folgenden Jahren verhindern die politischen Entwicklungen und Turbulenzen ein Wiedersehen der Schwestern. Lotte lernt fühlen und denken wie eine Holländerin. Sie wächst behütet in einer großen Familie auf, die während des Zweiten Weltkriegs untergetauchte jüdische Familien beschützt.
Anna, billige Arbeitskraft ihrer Pflegefamilie, muss ihr Leben früh selbst in die Hand nehmen.

Nach vierzig Jahren treffen sich die beiden Schwestern nun durch Zufall im belgischen Badeort Spa.
Gelingt den Schwestern eine Annäherung?  Welche Erlebnisse haben die beiden Frauen geprägt?
„Das einzige was die beiden Frauen noch verbindet, scheint ihre Arthrose zu sein“ schreibt der Spiegel. Ihre Lebenswege stehen sich unversöhnlich gegenüber. Lotte riskiert ihr Leben und versteckt Juden. Anna bewirtschaftet ein Schloss mit polnischen Zwangsarbeitern. Sie war beim Bund Deutscher Mädel und Ehefrau eines SS Soldaten.
Tessa de Loo zeichnet ein einzigartiges Porträt der dunkelsten  Zeit unseres Jahrhunderts und erzählt dabei die Geschichte von Zorn und Anteilnahme, Härte und allmählichem Verstehen.
Ein großartiges Buch über Schuld, Sühne, Vergebung. Nirgendwo ist zur Zeit des Erscheinen des Buchs die Demütigung durch deutsche Besatzer noch so gegenwärtig, wie in Holland.
Tessa de Loo löst mit Ihrem Buch heftige Reaktionen aus, wird als Landesverräterin dargestellt.
Die Leser jedoch feiern ihren Roman; verstehen vielleicht viel besser, wovon ihr Buch spricht.
Sie hat meisterhaft recherchiert und ein feines Beziehungsgeflecht entworfen.
Ein pralles Buch mit anrührenden und teilweise schrillen Szenen.

Aber auch ein privates Buch, dass de Loo ihrer Mutter und der Deutschen Maria Hesse widmet.
Denn während der Besatzung versteckten de Loos Großeltern auch zwei Nazi – Gegner, von denen einer ihr Vater wurde. Maria Hesse ist das Vorbild für ihre Romanfigur Anna. Hesse und de Loo lernen sich in den 80er Jahren in Frankreich kennen und schätzen.
Ich möchte euch diese Buch gerne ans Herz legen! Mit ihm gewann Tessa de Loo 1994 den Von-der-Gablentz-Preis und den Publieksprijs für das Lieblingsbuch des Jahres!

Nun liegt es in einer Neuauflage auch wieder bei uns aus!
Also, Buch besorgen, Strand, Garten, Pool oder Lesesessel erobern und „Die Zwillinge“ lesen!
Ich bin sicher, es wird euch gefallen!

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