U und seine Verehrung für W.S.M.

Ich hab etwas mit mir gerungen, ob ich euch diesen Autor empfehlen kann. Nicht annähernd aus Zweifel an seiner großen Erzählkunst. Nein, eher aus Sorge, dass ich euch nicht neugierig genug machen kann auf einen der größten Erzähler der Literaturgeschichte.
Was gibt es nicht alles zu sagen über ihn. Kosmopolit, Grandseigneur, Weltbestseller, Auflagenmillionär, Arzt, Spion, Diplomat und ein Garant für Leser, die etwas erzählt bekommen wollen.
William Somerset Maugham, am 25. Januar 1874 in Paris geboren, verbrachte nach dem frühen Tod seiner Eltern einige unglückliche Jahre in englischen Privatschulen. Maugham wollte  Schriftsteller werden, wurde jedoch durch die Familie gedrängt, nach Schuljahren in Heidelberg, sein Medizinstudium in London mit dem Examen abzuschließen. Trotzdem, veröffentlichte er bereits ein Jahr vor dem Examen 1897, seinen ersten Roman “ Liza of Lambeth“, der die Geschichte eines Fabrikmädchens erzählt. Es ist der erste von insgesamt 21 Romanen, die Maugham schreiben sollte. Durch die Schulzeit in Heidelberg, war Maugham durchaus Deutschland zugewandt. Die Zeit als Spitalarzt in London, ließen ihn auch das Leben in der Metropole studieren.
Allerdings fühlte er sich in England nie zu Hause.
Aufgrund seiner Tuberkoloseerkrankung, ging er nach Südfrankreich. Nach seiner Genesung zog es ihn nach Paris, in die Stadt seiner Kindheit, wo er dann die meiste Zeit seines Lebens lebte. Seinen ersten Erfolg hatte er als Bühnenautor. Allerdings sind seine Romane und Erzählungen heute deutlich bekannter, als seine Theaterstücke, was diese jedoch nicht schmälern soll.
Im 1. Weltkrieg war Maugham Spion beim englischen Geheimdienst. Er heiratete in dieser Zeit Lady Wellcome und hatte eine Tochter mit ihr. Nach dem seine Homosexualität bekannt wurde, wurde das Ehepaar 1927 geschieden. Maugham kaufte sich ein Haus an der frz. Riviera, wo er einige seiner großen Erfolge schrieb. Er starb nach einem erfüllten Leben am 16. Dezember 1965 in St.-Jean-Cap-Ferrat.
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Ich möchte euch an dieser Stelle vor allem zwei Bücher ans Herz legen.
1915 erschien der Roman „Der Menschen Hörigkeit“ ( Of human bondage“).
Den ersten Satz eines Vorwortes zu diesem Buch formulierte Maugham so“
“ Dies ist ein umfangreicher Roman und ich bin beschämt, ihn durch ein Vorwort noch zu verlängern“. Es ist eine Einladung von ihm. Ein geschickter schriftstellerischer Zug, den Leser gleich zu Anfang aufmerksam zu machen, seine Neugierde zu wecken. Er ist beschämt..
Der Roman hat durchaus autobiographische Züge. Es ist die Geschichte von Philip Carey und desses sexuelle Hörigkeit zu einer Frau, die ihn beinahe zu Fall bringt. In England war das Interesse an diesem Roman in Zeiten des Krieges eher gering. Erst als das Buch in Amerika zu einem großen Erfolg wurde, stieg in England die Aufmerksamkeit und verschaffte Maugham Respekt.
Da ihm Amerika und dort insbesondere Theodore Dreiser zum Erfolg verhalf, übergab Maugham Jahre später das Manuskript des Romans der Kongressbibliothek in Washington.

1919 erschien der Roman „Silbermond und Kupfermünze“ („The moon and sixpence“).
Im Prinzip, ist es ein Roman über das Leben und Schaffen des Malers Paul Gauguin.
Charles Strickland, 17 Jahre lang Börsenmakler und tadelloser Familienvater, verlässt Beruf, Frau, Kinder, Stellung und Besitz, um Maler zu werden.
Da ich ja gerne  Neugierde wecken möchte und daher ausführliche Inhaltsangaben vermeiden will, belasse ich es bei dieser vielleicht etwas knappen Wiedergabe.
Man könnte sagen, es ist ein“Malerroman“ über Gauguin mit eingearbeiteten Zügen von van Gogh.
Besessenheit und Genie gehen einher in diesem Roman und entfaltet mit erzählerischer Kraft ein Sittengemälde der damaligen Zeit.
Natürlich könnte ich noch weitere Werke Maughams empfehlen, möchte es aber bei diesen beiden belassen, obwohl er einen gewissen Teil meines Bücherregals beansprucht.

Ich würde mich freuen, wenn ihr für euch einen der ganz großen „storyteller“ der Literatur entdecken würdet. Gebt ihm eine Chance, euch seine Geschichten zu erzählen.
Der Schriftsteller Alfred Andersch hat einmal gesagt: „Sein Werk und Leben möge der Literaturgeschichte noch lange Zeit Stoff zum Nachdenken liefern“.
Die FAZ urteilte einmal: „Vielleicht wusste Maugham nicht, wie groß er war – und die Kritiker haben es ihm gesagt, als sie seinen Erfolg erklären mussten“.
Für mich ist Maugham ein Meister der Erzählung. Anfang, Höhepunkt, Schlusspointe.
Vielleicht hab ich euch ja etwas neugierig machen können. Ich würde mich sehr freuen, wenn der eine oder die andere Leser/In den Schatz dieses Autors auch in Zukunft hebt, damit er nicht verloren geht.

Also, W.Somerset Maughams Bücher besorgen, Tee kochen, Sofa oder Sessel erobern und eintauchen in die große Erzählkunst eines außerordentlichen Geschichtenerzählers.
Bis bald!

 

 

 

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