U – Herr Jules und Julian

Es gibt Themen, die meiden wir als Menschen gern oder verdrängen sie auch.
Wenn es um Abschiede geht, fällt es uns häufig schwer, loslassen zu können.
Wir müssen Abschied nehmen von geliebten Menschen, wenn sie versterben. Ob Familienmitglieder, Freunde/Innen, Kollegen/Innen, sie reißen eine Lücke in unserem Leben, wenn sie uns verlassen.
Scheidungen, Trennungen, gescheiterte Beziehungen, sind weitere Beispiele, die Schmerz und Trauer erzeugen können, wobei dabei auch neue Chancen, Befreiung oder Neuanfang als „aufflackerndes“ Thema entstehen.  Auch der Verlust eines treuen Haustieres löst oft Trauer und Schmerz aus.
Es gibt auch Abschiede, die eine andere Wirkung auf uns haben und uns gut tun können.
Der Abschied von schlechten Gewohnheiten, Abschied von Illusionen, von negativen Einflüssen, von pessimistischen Sichtweisen oder das Verarbeiten von bitteren Erfahrungen führen uns in der Regel wieder an neue Ufer und lässt uns unser Leben möglichst positiv begehen.
Doch die Phasen, in denen der Mensch Verlust, Trauer oder Schmerz verarbeitet, sind intensiv und lassen Menschen durchaus auch an Grenzen dessen stoßen, was sie eventuell glauben tragen zu können.

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Ich habe heute dieses etwas „schwere“ Thema gewählt, um neben den Seiten des Genusses, der Freude, der Lebenslust, des guten Geschmacks oder des Humors auch die ernsten Seiten unseres Lebens anzusprechen.

Wie immer, möchte ich euch dabei auf etwas aufmerksam machen.
In der Literatur werden diese Thema seit Menschengedenken aufbereitet und thematisiert. Ich habe heute zwei Empfehlungen an euch, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit den Themen Verlust, Trauer und Abschied befassen.
Dabei liegt es mir sehr fern, traurige oder deprimierende Tipps zu geben.

Mit seinem aktuellen Roman „Lebensstufen, gibt der preisgekrönte Autor Julian Barnes für mich ein blendendes Beispiel dafür, wie man mit einem großen Verlust im Leben umgehen kann.
„Man bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden, und die Welt hat sich verändert. Vielleicht merken die Menschen es nicht gleich, aber das ist egal. Die Welt hat sich trotzdem verändert.“
Mit dieser Einleitung beginnt Barnes ein außergewöhnlich ehrliches Buch über die Liebe und den Abschied. Vielleicht ist es wirklich eines der besten und bewegensten Bücher, die es gibt, wie der „Evening Standard es sagt.

Mein weiterer Tipp gilt dem kleinem aber äußerst liebenswerten Buch “ Ein Tag mit Herrn Jules“ von Diane Broeckhoven, das 2006 in Deutschland veröffentlicht wurde.

„Was wir aus unserem Leben gemacht haben, lässt uns zu dem werden, was wir sind, wenn wir sterben. Und alles, absolut alles zählt“ sagt “ Das tibetanische Buch vom Leben und vom Sterben“.
In ganz wunderbarer Weise schreibt Diane Broeckhoven darüber, wie uns Rituale helfen, große Verluste zu überwinden.
„Eine kleine ironische aber liebevolle Erzählung über Lebenslügen und den Mut, auch am Ende eines Lebens noch einmal neu anzufangen“ schreibt der „KulturSpiegel“.
Und weil mit dem Herbstanfang auch die Zeit für gute Bücher beginnt, erlaube ich mir an dieser Stelle diese beiden Tipps zu geben. Wie immer, vermeide ich Inhalte aus den Büchern, da ihr ja neugierig werden sollt.
Also,beste Zeit sich einen guten Tee zu kochen, den Sessel oder das Sofa zu erobern und sich durch diese beiden Bücher treiben zu lassen.

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