U face to face mit „Modi“!

Ihr kennt alle die Redewendung: „Was machst du für ein langes Gesicht?“ oder „Zieh doch nicht so ein langes Gesicht“.
Für uns immer ein Hinweis, dass jemandem etwas nicht gefällt oder dass man eventuell traurig ist. Oder aber auch, man ist unzufrieden mit einer Situation.

Über diese Dinge möchte ich heute aber gar nicht plaudern!

Sondern viel lieber über einen, der unter anderem auch mit „langen Gesichtern“ weltweit Ruhm und Anerkennung erhalten hat.
Leider, wie so viele große Künstler, erst posthum.

Ich will euch auf Amedeo Modigliani neugierig machen!

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Vor kurzem erst aus Brüssel zurück, dachte ich, dass ich auch daheim mal wieder etwas verändert  könnte.

Aber was? Renoviert war alles seit „kurzem“. Die Bücherwand füllt sich immer schon unaufhörlich. Möbel? Nein, im Moment eher nicht.
Aber bei meinen Bildern könnte ich etwas unternehmen. Und da ruht mein Blick immer schon gerne auf zwei Exponaten von Amedeo Modigliani, die ich seit einigen Jahren als Kunstdruck besitze. Natürlich nur als Kunstdruck, etwas höherwertig zwar! In Ermangelung diverser Konten in der Schweiz, Luxemburg oder Liechtenstein aber eben nur als Kunstdruck.

Ich bin ein großer Fan dieses einzigartigen Künstlers, der leider im Jahre 1920 im Alter von nur 35 Jahren in Paris starb.

So also daran gemacht, nach zwei weiteren Exponaten Ausschau zu halten, die „zu mir passen“ würden
Gesagt, getan und auch gefunden. In einer Fachabteilung Kataloge geblättert und zwei weitere, wunderbare kleine Zeichnungen gefunden, die sogar meine „kleine Reihe“ von Modigliani vollenden, was ich so nicht wusste.

Nun stehen sie hier und warten ihren angemessenen Platz zugewiesen zu bekommen.

Amedeo Modigliani!

Ich hatte das große Glück, im Jahre 2009 eine der seltenen Ausstellungen in Deutschland besuchen zu können.
In der Kunst – und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn wurden knapp 60 Gemälde, 80 Zeichnungen und einige Skulpturen seiner so kurzen Schaffenszeit der Jahre 1900 bis 1919 ausgestellt.

Er zählt ganz sicher zu den bedeutendsten Künstlern des 20 Jahrhunderts. Es heißt, seine Werke werden als Ikonen im kollektiven Bildgedächtnis bleiben.

Modigliani, 1884 in Livorno in der Toskana geboren, war Maler, Zeichner und Bildhauer.Seine Porträts und Akte sind unverwechselbar.  Expressionismus, Kubismus, und symbolistische Elemente vereinen sich in seinen Werken.
Aber auch afrikanische Einflüsse sind erkennbar.
Allerdings lässt er sich nicht den zeitgenössischen Stilrichtungen Expressionismus oder Kubismus zuordnen.
Nein, Modigliani ist einzigartig.

Nach seinen ersten „Lehrjahren“ in Italien zog es Modigliani nach Paris. Ins damalige Zentrum der Kunst.
Dort führte er ein ausschweifendes Leben eines Bohemien; man sagt, der vielleicht letzte seiner Art.
Höchst attraktiv, war er rasch der Liebling der Frauenwelt und liebte diese ebenso!

Seine Werke belegen die lustvolle, unruhige Lebensweise des Künstlers, der sich seiner Verletzbarkeit und Endlichkeit von Kindesbeinen an bewusst war und der die Euphorie des Rausches brauchte, um leben und arbeiten zu können.

Ihm gelangen höchst individuelle, oft melancholische Porträts, deren Kraft man sich kaum entziehen kann.

Ein Leben geprägt von Krankheiten, Ausschweifungen, Schwermut und Zweifeln endete, wie bereits erwähnt, 1920 in Paris.
Er starb dort 35 jährig an Tuberkolose.

Damals bereits anerkannt unter den Malern seiner Zeit, war sein Erfolg eher bescheiden. Kenntnisse über sein Leben nur auf wenigen verbürgten Dokumenten.

Einer meiner weiteren Lieblingskünstler, der große Alberto Giacometti, der „Modi“ wie er genannt wurde gekannt und geschätzt hat sagte einmal: “ Er….ist der letzte große promethische Held gewesen. Er muss eine beneidenswerte Intelligenz und Feinsinnigkeit gehabt haben. Auf seinen Blättern…..schuf er ein disegno, eine Zeichnung, und das ist es, was ich seit langem versuche; zeichnen, viel zeichnen, das ist das Geheimnis.“

Ich freue mich jedenfalls, dass ich zwei weitere Zeichnungen dieses großartigen Künstlers habe. Sie stehen hier, mir gegenüber und warten, ihren Platz einzunehmen.

Und wenn ich euch etwas neugierig gemacht habe auf Amedeo Modigliano, dann hat dieser Beitrag seinen Zweck erfüllt.

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