U’s Begegnung mit einem Holländer oder „Das Wüten der ganzen Welt“

Soll ich in diesem Blog jetzt mit einem Grundsatz brechen?
Wie viel Inhalt aus meiner „Begegnung“ mit einem Holländer gebe ich preis?

Oder umgehe ich es besser, um euch, wie immer, möglichst neugierig zu machen?

Es war 1997 und ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich höchst ungeduldig auf einen Holländer wartete. Naja, nicht direkt auf ihn sondern auf sein Meisterwerk!
Und dann kommt er! Mit diesem so großartigen Roman! Mit einer dieser Perlen, die man so selten findet und „wütet“ in seinen Lesern/Innen dass man rufen mag: Hör nicht auf! Nicht aufhören
!

Maarten `t Haart und sein wunderbares Buch „Das Wüten der ganzen Welt“!

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Nach solchen Büchern sucht man!
Und jetzt sitze ich hier und möchte es euch näher bringen, was mir eigentlich nicht wirklich gut gelingen kann.
Wo beginne ich? Wo höre ich auf? Was hebe ich hervor? 

Also, erst einmal einen Jasmin – Tee gekocht und Ansatz gesucht.

Ein Entwicklungsroman? Ja!
Ein Krimi? Ja, auch!
Eine Kleinstadtgeschichte? Ja, und was für eine!

Aber vor allem eine wunderbare Liebeserklärung an die Musik!

Muss man jetzt auch ein Faible für Musik, um dieses Buch lesen zu können? Ja und nein!

Wer ein Freund klassischer Musik ist, feiert mit diesem Buch ein Fest!
Wer der Klassik nicht zugeneigt ist, wird nach der Lektüre am Fest des Freundes klassischer Musik teilnehmen!
Wer glaubt, dass  er oder sie mit klassischer Musik so gar nichts zu tun haben will, sollte das Buch dennoch lesen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass er oder sie danach anders denken oder besser hören wird.

Ich habe mir, nach dem ich das Buch das erste Mal gelesen habe, die Mühe gemacht, mir die Musik, die `t Haart in diesem Roman so wunderbar beschreibt, zu den Textpassagen einzuspielen….wie hat sich dieser Aufwand gelohnt…!
Es mag euch vielleicht umständlich oder auch unverständlich erscheinen. Aber es hat meinen Zugang zu klassischer Musik deutlich befördert. Bis dahin gehörte ich auch zu denen, die eine gewisse Distanz  zur Klassik hatten.Nicht nur durch dieses Buch, habe ich diese Distanz abgebaut und ich bin immer wieder froh darüber:

In meiner Rangliste wechseln sich J.S. Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Giuseppe Verdi, Puccini oder andere immer wieder ab auf Platz 1.
Johann Sebastian Bach allerdings, hat diesen Platz am häufigsten inne und Maarten `t Haart ist daran nicht ganz unschuldig.

Ich möchte euch daher dieses Buch unbedingt empfehlen.
Lest es von vorne bis hinten und umgekehrt noch zwei drei mal!

Zum Ende hin breche ich dann auch ausnahmsweise mit meinem Grundsatz , keine Inhalte zu hinterlassen, damit ihr selbst auf Entdeckungstour geht. 

Weil ich mich an dieser Textpassage aber immer schon gerne aufgehalten habe, lasse ich euch einfach etwa teilhaben.

„Am Tag darauf übten Joanna und ich in einem kleinen Saal des Konservatoriums für einen Wettbewerb, an dem sie teilnehmen würde, Sie wollte Lieder von Faure singen. Sie stellte „Premiere recueil“ der „Melodies“ von Faurè auf den Notenständer des Flügels, schlug Seite achtundsiebzig auf, sagte: “ zuerst dies“……

Sie sang….

S` asseoire tous deux au bord du flot qui passe,
Le voire passer….

Wie sie das sang, mühelos, fast ohne Vibrato und mit dem denkbar schönsten Legato, ach, dafür gibt es keine Worte. Und dann zu wissen, dass „Au bord de lèau“ selbst von einer unbegreiflichen und unerreichten Schönheit ist, von einer unglaublichen Einfachheit!
Aber vielleicht war es auch der Text, der mich so ergriff…

Aber bei Joanna oder besser: dank Joanna hörte ich den Text von Sully-Prudhomme, der von murmelnden Wasser am Fuße einer Weide spricht….
Dank Prudhomme und Furè sah ich das langsam strömende Wasser mit den kreiselnden Wirbeln wieder vor mir, und es war, als würde mir ein Versprechen gegeben, dass ich noch einmal die „querrelles du monde“, das Wüten der ganzen Welt, ignorieren könnte, wenn nämlich auch in mein Leben so etwas wie „sentir làmour devant tout ce qui passe“ käme, wenn auch ich eine Liebe inmitten von Vergänglichkeit empfinden würde, die nicht vergeht.“

Versäumt dieses Buch nicht!

 

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