U – Jasmintee – Unterwerfung – Plattform

Jasmin und Rose in einem Tee vereint. Ihr staunt? Lieber solltet ihr dieses Wohlfühl –  Aroma kosten.

Bei einer Tasse dieser herrlichen Teekomposition sitze ich nun und versuche einen nächsten Beitrag für diesen Blog.
Neben mir liegt der Roman „Unterwerfung“ des französischen Schriftsteller Michel Houellebecq.

Erst kürzlich erschienen, verschafften dem Roman die tragischen Ereignisse des Terroranschlags von Paris auf das Satiremagazin Charlie Hebdo eine sicherlich ungewollte Publicity. Ich bin eingetaucht in dieses Buch eines Autors, der mir, ich glaube 2001, erstmals bekannt wurde. Damals sorgte sein Roman „Plattform“ für eine breite Debatte unter Kritikern, was dem Absatz des Buches nicht schaden sollte. Seine Kritik an den Auswüchsen des Kapitalismus sowie insbesondere am Sextourismus ließ „Plattform“ zu einem Erfolg werden.

Nun also wieder ein Houellebecq:

Goncourt – Preisträger für seinen Roman „Karte und Gebiet“ im Jahre 2010, Prix de Flore 1996 für „Der Sinn des Kampfes“, Prix Novembre 1998 für „Elementarteilchen“ (empfehlenswert) und Prix Interallie 2005 für „Die Möglichkeit einer Insel“.

Er gilt als der vielleicht wichtigste Autor Frankreichs der Gegenwart.

„Unterwerfung“ jedenfalls fesselt mich. Ein politischer Roman? Ja!
Aber ein politischer Roman, der nicht nur wegen seinen brandaktuellen Handlung einlädt, ihn zu lesen.
Im Frankreich der Gegenwart ist der Protagonist ein Literaturwissenschaftler, der einen Faible für einen dekadenten Schriftsteller hat. Politische und gesellschaftliche Umbrüche bilden den Rahmen dieses Entwicklungsromans, der sich mit feiner Ironie eines großen Themas annimmt,
Orient/Okzident, Judentum/Islam/Christentum. Der Buchdeckel spricht vom „Zusammenprall der Kulturen“.

Um diese politische Theorie jedoch vertiefend betrachten zu können, empfehle ich lieber das große Werk von Samuel Phillips Huntington, und seinen 1998 erschienenen „Kampf der Kulturen“ (The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order).

„Unterwerfung“ ist bezüglich dieser Theorie jedoch als Gegenwartsroman durchaus zu empfehlen.
Ein ambivalenter Protagonist, eine politische Umbruchstheorie, die Europa durchaus erreichen kann und ein sprachlich virtuoser Roman lassen den Jasmintee vor lauter Leselust erkalten, was äußerst schade ist.

Nun ja, vielleicht gelingt es mir ja mit diesem kleinen Beitrag neugierig zu machen, auf Michel Houellebecq und seinen Roman „Unterwerfung“. Wer ihn mögen wird, sollte auch sein übriges Werk nicht verschmähen.

Also, Jasmintee gekocht, und sich nicht nur der „Plattform“ unterwerfen,

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s